Schon lange war es mein Wunsch, Gojko mal zu einem Interview speziell für seine Webseite überreden zu können. In Sommer 2002 hat es nun endlich in Bad Segeberg geklappt - hier könnt ihr meine Fragen und seine Antworten lesen.

Wenn du dich an deine Kindheit erinnerst, an was denkst du da besonders?

GM: An eine hügelige Landschaft. Ich hatte eine sorglose Kindheit. Ich war so mit der Natur verbunden, war sehr viel draussen. Ich hatte sehr viel Verbindung mit den Tieren. Das Gesunde, was ein Kind gleich mit bekommen kann. Verschont von Asphalt und Stadtlärm.

Wer oder was hat dich am meisten geprägt?

GM: Meine Oma hat mich am meisten geprägt. Sie hat mich geimpft gegen das Rauchen und Trinken.

Du hast ja Sport studiert.Wie bist du dann zum Film gekommen?

GM: Ganz zufällig. Jeder Student braucht ein bisschen Taschengeld. In Jugoslawien wurde damals ein englischer Film gedreht. So ein Ritterfilm. Da haben sie in unserer Sporthochschule einige Jungs gefragt, ob wir nicht mitmachen wollten. Wer reiten könne, wollten sie wissen. Ich war bei denen, die ausgesucht wurden. Ich sagte, ja, ich kann reiten. Ich hatte ein bisschen Ähnlichkeit mit dem Hauptdarsteller und da habe ich ihn gedoubelt. So richtig habe ich es aber erst verstanden, als sie mir die Ritterrüstung angezogen und mich aufs Pferd gesetzt haben. Hinter mir waren noch 250 Pferde. Ich bin vorne weg und die hinter mir her. Ich dachte mir, na ja, wenn du jetzt abfliegst, dann klappert es ganz schön.

Nathalie Brandt, Salem
Gojko in seiner Rolle als Winnetou in Bad Segeberg 2002
Das war der erste Kontakt mit dem Film und den Kameras. Die Aufnahmeleiter und Regieassistenten, die da immer Leute gesucht hatten, haben sehr viel bei uns gedreht. Die Bundesrepublik, die Franzosen und Italiener haben viele Filme bei uns gemacht. Und so ist das gekommen. Erstmal bekam ich immer die kleinen Rollen. Dann hat sich das immer mehr gesteigert. Später habe ich auch drei Indianerfilme gemacht. Das waren dann die Karl-May-Filme - in dem dritten Film "Unter Geiern" hatte ich eine sehr schöne grosse Rolle als Wokadeh. Damals hat mich Horst Wendtland getauft - Georg Mitic. Er hat mich eingedeutscht. Als ob er gewusst hätte, das ich eines Tages "Deutscher" werde.

So hat sich das ergeben. Dann kam der Weg in die DDR, obwohl ich schon Verhandlungen für den nächsten Karl-May-Film hatte. Ich war mit "Unter Geiern" zur Premiere in München, Stuttgart und Köln. Die Leute haben mich so ungeheuer gut aufgenommen. Das war ganz toll. Durch den Erfolg dieses Films wollte die DEFA auch einen Indianerfilm drehen, suchte in Jugoslawien Motive und gleichzeitig den Hauptdarsteller. Sie haben dann viele Fotos von mir gesehen und sagten, den Mann wollen wir unbedingt sprechen. Und so fing das an.

Der erste Film, den wir gedreht haben, war nach dem Buch von Lieselotte Welskopf-Henrich (Anm.: "Die Söhne der Großen Bärin"). Sie hatte, im Gegensatz zu Karl May, unter Indianern gelebt und wusste, wovon sie schreibt. Das ist wahrscheinlich der Vorteil der Authenzität. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, damals, als ich den ersten Film machte. Ich dachte: Mensch, hier werden die Indianer von einem anderen Gesichtspunkt aus gesehen, nämlich vom geschichtlichen Standpunkt. Nicht einfach so eine Lagerfeuerromantik, Abenteuer und Spannung um jeden Preis.

Wir hatten nicht so viel Geld, wie die Westproduktionen. Als ich den ersten machte, dachte ich, das wäre eine Eintagsfliege. Dann habe ich erlebt, wie die Menschen in der DDR reagiert haben. Und das war der blanke Wahnsinn! Da lag es auf der Hand, dass wir in dieser Richtung weiter machen würden. So bin ich da richtig hängen geblieben. Die Menschen haben mich gehalten. Ich glaube im Nachhinein, dass das eine Art Ventil war und die Leute, da sie nicht viel reisen konnten, durch diese Filme vielleicht Ferne und Abenteuer erlebten. Ich spürte überall, wohin ich kam, diese Zuneigung und Verehrung. Einmal war in einer Stadt die Premiere und vor dem Eingang hing ein Transparent, auf dem stand "Wir grüssen unseren Gojko!" - Was kann man jemandem mehr geben? Das kann man sich nicht erkaufen - das ergibt sich durch die Arbeit, die man bringt.

Kannst du mir eine Anekdote von den Dreharbeiten erzählen?

GM: Ich hatte Schwierigkeiten mit dem Rauchen. Vom Pferd fallen oder hinterher geschliffen zu werden, das hat mir alles nichts ausgemacht. Aber die Pfeife rauchen... Wir haben die Szene sicher 20 Mal gedreht, ehe sie im Kasten war. Ich hatte ja vorher noch einen Text und wahrscheinlich war der zu lang. Als ich dann zog, kam nur heiße Luft. Da bekam ich plötzlich einen Hustenanfall. Ich war so verzweifelt, dass ich die Pfeife weg geschmissen habe und nicht mehr drehen wollte. Bis es dann irgendwann geklappt hat. Ich fragte: Was habt ihr denn hier für Pferdeäpfel rein getan?

Du hast ja schon einige Filme mit Kindern gemacht. Wie war es für dich mit ihnen zu arbeiten?

GM: Das ist schön, macht sehr viel Spass und es ist für mich eine Auszeichnung, mit Kindern und für Kinder zu arbeiten. Ich habe fünf Filme gemacht (Regie). Wir hatten eine witzige Begebenheit dabei. Da war so ein kleiner, zehnjähriger Junge. Ich habe mit ihm immer geflachst und er mochte mich auch. Er spielte einen Westernhelden und hatte zwei Colts. Ich habe ihm dann gezeigt, wie er schnell ziehen kann und die Colts um die Finger dreht. Wir waren richtige Kumpels. An einem Drehtag zogen die ganzen Beleuchter auf die andere Seite und schleppten die Kabel und Scheinwerfer da rüber. Der Junge stand da, so richtig frech, und rief den Leuten zu: "Hey Männer!" Die drehten sich um und guckten alle. Da meinte er nur: "Ich habe Männer gesagt!" Die haben sich hingelegt... Wenn so ein Steppke plötzlich solche Töne von sich gibt....

Du hast ja früher auch mal Platten aufgenommen.Wie stehst du heute dazu?

GM: Das war ein Jugendstreich. Man hätte sie schöner aufnehmen können. Es gibt aber auch viele Leute, denen sie gefallen haben. Die Texte waren schön, zum Beispiel von "Lösch das Feuer". Die haben mich auch überzeugt, es zu machen.

Was machst du, wenn du nicht drehst oder auf der Bühne stehst?

GM: Ich mache sehr vieles an meinem Haus. Meine Oma hat immer behauptet, ich hätte goldene Hände, weil ich schon als Kind alles Mögliche repariert habe, wenn etwas kaputt war. Ich konnte mich an alles ran wagen. Und auch heute habe ich viel Spaß, wenn ich etwas mauern kann oder verputzen. Bei mir habe ich zum Beispiel die Sauna selbst gebaut.
Sport mache ich auch sehr gerne. Das muss ich machen, es ist für mich so wichtig wie Essen. Ich kann nicht lange ruhig sitzen. Eigentlich braucht man, wenn man hier drei Monate durchgepowert hat, Urlaub. Aber das ging letztes Jahr schon nicht und in diesem Jahr geht es auch gleich weiter. Ich drehe einen ZDF-Film namens "Aufstand". Das ist der Aufstand in der damaligen DDR in Berlin vom 17.Juni 1953. Ich spiele einen sowjetischen Marschall, dem es zu verdanken war, dass es damals nicht so viele Tote gab. Das ist eine sehr interessante Figur.

Was macht dir mehr Spass - Film oder Bühne?

GM: Es sind zwei unterschiedliche Dinge. Beim Film dreht man lange an einer Geschichte, bis alles im Kasten ist. Da ist die ganze Technik, die sich bewegt und alles aufnimmt. Aber man bekommt kein Echo, keine Reaktionen vom Publikum. Und wenn der Film fertig ist, dann kann man nichts mehr daran verändern. Im Theater ist es live. Da fängt man jeden Tag neu an. Jedesmal entwickelt sich etwas und meistens zum Guten. Ich habe hier (also in Bad Segeberg) selten erlebt, dass es schlechter wurde. Nur, wenn der Regen kam, aber da konnte man nichts dafür. Es kommt zu dieser Wechselwirkung zwischen Zuschauern und Schauspielern. Das beeinflusst dich schon. Man merkt den Leuten sofort an, ob es ankommt oder nicht. Man kann es immer wieder ausprobieren. Man kann sich sagen "Ok, heute mache ich es anders". Man kann mit einer Rolle auf der Bühne wachsen. Und sein Lob bekommt man dann gleich danach, ob positiv oder negativ. Das geht beim Film nicht.

Wenn du in vielen Jahren hier mal nicht mehr den Winnetou spielst, könntest du dir dann vorstellen, das Buch zu schreiben oder die Regie zu machen?

GM: Die Regie würde ich mir zutrauen. Das habe ich ja auch schon mal gemacht, am Theater inszeniert. Ich weiß, worauf es ankommt. Mal sehen, warum nicht?

Welche deiner Filme liegt dir besonders am Herzen?

GM:Ich habe sie alle gerne gehabt. Schwer zu sagen, weil es ja alles meine Kinder sind.

Gibt es einen Film, von dem du nicht mehr überzeugt bist?

GM: Es sind alles Filme, von denen ich heute nicht mehr überzeugt bin. Ich meine, ich möchte sie alle nochmal drehen. Ich sehe immer wieder, wo man etwas hätte anders oder besser machen können.

Du wohnst ja nun schon seit Jahrzehnten im Osten von Berlin. Wie hast du damals das SED-Regime erlebt?

GM: Ich hatte einen jugoslawischen Pass und das war in der DDR ein guter Pass. Ich konnte überall ohne Visum hin fahren. Manchmal kam ein Kollege und fragte, ob ich ihm etwas mitbringen könne. Und das habe ich auch gerne gemacht. Ich konnte reisen, aber das hat mich gar nicht so gereizt. Und die Kontrollen waren auch nicht so schlimm. Der Grenzbeamte musste eben seine Kontrolle machen, aber selbst wenn da was war, hat er nichts gesagt. Es war irgendwo traurig, aber was sollte man damals machen?

Was für Erinnerungen hast du an den Mauerfall?

GM: Das war eine tolle Sache, weil doch auch keiner daran geglaubt hat! Vor allem nicht, dass es dann so schnell gehen würde. Es war eine großartige Geschichte, auch, dass es so ruhig verlaufen ist. Das ist vor allem Michail Gorbatschow zu verdanken.

Hat sich dadurch in deinem Leben etwas geändert?

GM: Ich bin derselbe geblieben, aber es ist schön. Es ist freier. Allerdings sind einige Studios dadurch weggefallen. Für mich war es so, dass man vor einer Schwelle stand und plötzlich bei Null anfangen musste. Als ich 1992 hier nach Bad Segeberg kam, kannten mich viele Leute gar nicht. Im ersten Jahr war die Rolle wie bei einem Kleindarsteller. Ich dachte, das kann man doch nicht machen. Ich hatte Mühe, mit wenigen kurzen Auftritten voll da zu sein. Die Leute sollten doch merken, dass da doch ein bisschen mehr dahinter steckt. Ich muss zufrieden sein. Die Menschen haben mich richtig gut aufgenommen. Aber das habe ich mir auch erarbeitet.

Du warst zweimal bei Indianern in Amerika.Was war das für ein Gefühl für dich?

GM: Ich wollte das ja privat organisieren, aber dann haben es andere für mich gemacht. Es war fällig, es musste sein. Und es war sehr schön.
Beim ersten Mal war ich nur eine Woche da. Ich habe tolle Sachen erlebt, wurde zum Beispiel zu einem Fest eingeladen. Ein Student aus Chemnitz, der bei Microsoft arbeitet, zeigte einem indianischen Freund einen Film mit mir. Der sagte dann: "Wenn dieser Mann kommt, möchte ich ihn begrüßen. Als ich in Seattle aus dem Flugzeug stieg, kam er mir entgegen und sagte: "My brother." Das war für mich erstmal sehr schön.
Da stand dann eine ganze Gruppe von Indianern mit Trommeln und ihren Kostümen. Ich wurde mit einem Lied begrüßt. Ich habe meine Jacke ausgezogen und mich auf den Boden gesetzt. Der Indianer machte das Gleiche. Aus Bad Segeberg hatte ich T-Shirts und Mützen mit gebracht. Die habe ich ihnen geschenkt. Sie haben sich gefreut und ich bekam ein Amulett als Gegengeschenk.

Am Abend lief ein Film von mir, den alle ganz toll fanden. Danach gab es dann eine Diskussion mit allen. Es waren auch weiße Studenten anwesend. Alle waren darüber überrascht, dass man in Europa Filme gemacht hat, die der indianischen Geschichte so nahe kamen. Es war ja aus ihrer Sicht erzählt. Der Trommler saß während der Vorführung neben mir. Bei bestimmten Szenen zeigte er mit dem Daumen nach oben. Ich war richtig begeistert und es hat mich sehr gefreut. Ich wollte den Indianern eigentlich Tabak in kleinen Beuteln schenken, aber leider kamen diese Beutel zu spät bei mir an. Tabak hatte ich aber gekauft. Es war eine Dose, auf der "Made in Germany" stand. Die habe ich übergeben und gesagt:
"Das habe ich aus Europa mitgebracht. Die Weißen haben den Tabak von hier mitgenommen, haben ihn gehegt und gepflegt. Jetzt ist er hier eingesperrt in dieser Dose. Ich habe ihn wieder in sein Ursprungsland zurück gebracht, damit er hier wieder seine Freiheit erlangen kann."
Das hat ihn richtig berührt. Er nahm sie mit beiden Händen. Auf einen Wink von ihm kamen zwei Indianer und legten mir eine herrliche Decke über die Schultern. Er sagte zu mir: "Das ist eine Gabe der Mutter Erde. Sie hat Wind, Sonne und Regen erlebt und soll jetzt dich beschützen." Da kam das älteste Paar von ihnen zu mir. Er gratulierte mir und die Frau umarmte mich ganz herzlich. Du spürst, dass das aus dem Bauch kommt. Es war so ehrlich. Ich habe mich gefragt: "Träumst du jetzt oder ist das die Wirklichkeit?"

Da kamen nacheinander alle, gratulierten mir und stellten sich neben mich. Der Häuptling sagte: "So, jetzt geh ich für dich singen." Das tat er auch. Ich musste mit ihnen tanzen. Glücklicherweise hatte ich zu Hause geübt. Es war sehr schön. Als wir weg mußten, rief mir eine Indianerin hinterher. Sie nahm ihr Halsband ab und gab es mir. Sie sagte zu mir: "Diesen Türkis hat mein Bruder gefunden. Ich habe ihn vier Jahre lang getragen. Dieser Stein hat Energie. Sie sollen ihn haben." Ich stand etwas hilflos da, denn ich hatte ja nichts für sie. Mehr als mich bedanken konnte ich nicht. Das war Wahnsinn! Da sagte sie: "Das ist eine Brücke, damit unsere Gedanken immer die richtige Richtung nehmen." Es war für mich etwas, wo ich wieder dachte, das kann nur ein Traum sein.

Bei Richard war ich zu einer Zeremonie eingeladen. Er hatte einen Koffer, den er ausgepackt hat. Da waren Gräser und andere Sachen drin. Ich hatte Tabak mitgebracht. Er meinte: "Ich möchte dir etwas sagen, du kannst glauben, musst es aber nicht. Du kannst zuhören, musst es aber nicht. Es ist dein freier Wille.Jeder Mensch soll frei entscheiden, ob er etwas will oder nicht. Aber für die Folgen muss jeder selbst gerade stehen. Wir Indianer haben ein Ebenbild in der Tierwelt. Was ist dein Ebenbild?"
Ich sagte: "Ich habe doch Indianer nur gespielt." Er sagte: "Ich bin Bisamratte. Du bekommst jetzt auch ein Bild. Schließe deine Augen und denke an ein Tier." Ich schließe die Augen und sehe einen Wolfskopf, der mich so richtig anglotzt. Nachdem ich das gesehen hatte, sagte er zu mir: "Du bist ein Wolf." Gut, dass ich auf der Erde saß, sonst wäre ich umgefallen. Ich dachte mir, woher kommt denn das? Wie kann er das wissen? Ich kann es mir bis heute nicht erklären

Hast du noch Kontakt zu den Indianern?

GM: Es ist etwas schwierig. Ich wollte versuchen, sie nach Deutschland zu holen. Mal sehen, vielleicht kommen sie ja mal. Ich würde sie ja gerne begrüßen, aber irgendwie fehlt die Zeit dazu.

Ist durch den Besuch in deinem Leben etwas anders geworden?

GM: Für mich ist es so, dass ich mir gesagt habe, dass die Arbeit mit den Filmen nicht umsonst war. Dass sie ein Echo gefunden hat. Und das ist sehr wichtig für mich.

Nathalie Brandt, Salem
"Im Tal des Todes" 2002, mit Reiner Schöne

Wie gehst du mit Kritik um?

GM: Eine berechtigte Kritik hilft mir. Wenn ich aber merke, dass eine Kritik bösartig ist, lässt mich das kalt.

Was bedeutet für dich Freundschaft?

GM: Sehr viel. Man sagt: Verwandschaft muss man nehmen, wie sie ist. Freunde kann man sich aussuchen.

Welche Eigenschaft schätzt du bei Menschen am meisten?

GM: Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft, normale Menschen, die nicht abheben. Wir sitzen alle in einem Boot, werden alle ohne Kleider geboren und müssen alle aufs Klo gehen.

Welche Eigenschaften bringen dich auf die Palme?

GM: Falsche Freunde, Hinterlist, Neid. Na ja, Neid ist vielleicht gut. Mitleid bekommt man umsonst. Neid muss man sich hart erarbeiten.

Was ist dein Lebensmotto?

GM: Immer den inneren Schweinehund bekämpfen.

Was wünscht du dir für die Zukunft?

GM: Mehr Frieden auf dieser Erde.

Und beruflich?

GM: Interessante Rollen

Bist du ein ernster Mensch oder eher humorvoll?

GM: Ich bin das Gegenteil von Winnetou, der ja sehr ernst ist. Ich bin einer, der gerne lacht und Humor mag.

Du wurdest in diesem Jahr mit der höchsten Ehrung der Stadt Segeberg ausgezeichnet.Was hast du da gefühlt?

GM: Das schmeichelt sicher. Das ist einer der wenigen Preise, die man von der Obrigkeit bekommt. Ich habe viele Preise vom Publikum bekommen. Aber das war eine Anerkennung für die Arbeit, die man hier vielleicht geleistet hat.

Welche Preise und Auszeichnungen hast du denn schon bekommen?

GM: Ich hatte in der DDR-Zeit nie einen offiziellen Preis bekommen. Ich habe immer Preise gekriegt, die von den Zuschauern waren. Ich war fast zehn Jahre hintereinander der populärste Schauspieler des Jahres.

Du siehst viel jünger aus als du bist - wie machst du das?

GM: Es war vielleicht ganz gut, dass ich bis heute nicht geraucht habe. Ich trinke auch nur sehr wenig Alkohol. Mal ein Bierchen oder ein Glas Rotwein. Ich mache Sport und esse gesund. Ich esse, soviel ich kann. Ich passe gar nicht auf. Aber ich verbrauche auch alles. Was ich dieses Jahr hier geschwitzt habe, soviel konnte ich gar nicht trinken. Ich habe auch abgenommen dabei.

Bist du ein Geniesser?

GM: Wer nicht geniesst, ist ungeniessbar.

Welche Sprachen sprichst du?

GM: Alle slawischen Sprachen, ein bisschen Italienisch, und an meinem Englisch muss ich noch arbeiten.

Wie wichtig sind dir deine Fans?

GM: Sicher sind sie mir sehr wichtig. Aber ich bin jetzt nicht einer, der unbedingt Fanclubs gründen will, die versuchen wollen einem zu helfen und zu verbreiten. Ich bin dafür, dass man seine Popularität erarbeitet und nicht organisiert. Leider hat man nicht genug Zeit, sich jedem Fan genug zu widmen. Manche sind deswegen auch traurig.

Was machst du mit nervigen Fans?

GM: Da muss man diplomatisch damit umgehen. Man kann sie ja nicht vor den Kopf stoßen.

Gibt es etwas, was du deinen Fans sagen willst?

GM: Ich wünsche mir, dass meine Fans so bleiben,wie sie sind.

Und ich hoffe, dass Gojko so bleibt, wie er ist! Vielen Dank für das interessante Interview!

Das Interview wurde von Gaby Dürmeier geführt